Mentoring: Begleitung/Betreuung/Beratung

Mit meinem Beruf als Professor waren ganz verschiedene Funktionen verbunden, die ich zum Teil als recht unterschiedliche persönliche Identitäten erlebt habe: Institutsleiter und damit Vorgesetzter („Chef“), Manager, Lehrer, Wissenschaftler, Mitglied in Teams, Gremien usw. und, eben, Mentor: Begleiter, Betreuer und Berater im Kontext der professionellen Entwicklung Anderer.

Primär bezog sich die Arbeit des Betreuens und Beratens auf die Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Institut für Musikpädagogik. Die Sitzungen in Teams und die Gespräche zur Steuerung der konstruktiven Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Institutsalltag standen hier im Vordergrund.

Hieraus entstanden nicht zuletzt die verschiedenen großen und kleinen Projekte, die Symposien und Tagungen usw. 

Eine ähnliche Bedeutung hatte die Begleitung der Studierenden bei ihrer Studiengestaltung, bei der Lösung auch ganz persönlicher Probleme des Studienalltags, die Unterstützung bei der Planung von Seminarbeiträgen, Unterrichtssequenzen, Seminararbeiten usw.; hierzu gehörte auch mein Engagement im „Beratungsnetzwerk Lehramtsstudium“.

Eine andere Ebene meines Selbstverständnisses als Mentor möchte ich hier besonders betonen: das Begleiten, Betreuen und Beraten von Mentorinnen und Mentoren. Dies betrifft die Idee der „Ausbildung der Ausbilder“ oder „Train the Trainer“. In diesem Sinne gab es eine beachtliche Entwicklung im Institut für Musikpädagogik vom Beginn der 90er Jahre an: Der Kreis der „Praxislehrer“, der damals den Anspruch hatte, den Studierenden in Praktika zu „zeigen, wie’s geht beim Unterrichten“, entwickelte sich hin zum Kreis der Mentorinnen und Mentoren, die die jungen Menschen, die Musiklehrerinnen und -lehrer werden wollen, in ihrer persönlichen, professionellen Entwicklung betreuen. Ein Text der in diesen Entwicklungsprozess hineingehört, sei hier dokumentiert.

Eine spezifische Ausprägung hat die Idee des professionellen Begleitens, Betreuens und Beratens im Konzept „accompagnato“ gefunden, das hier ausführlicher erläutert und dokumentiert wird.

Diese Bereiche sind in meinem Alltag als Emeritus in den Hintergrund getreten. Aktuell ist aber nach wie vor meine Betreuungsarbeit für das Entstehen wissenschaftlicher Abschlussarbeiten für Bachelor- und Master-Studierende sowie für die Doktoranden.

Im Verzeichnis „WissenschaftlicheArbeiten“ habe ich die Autorinnen bzw. Autoren und die Themen der wissenschaftlichen Arbeiten (Master- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen) aufgeführt, die von 1990 bis heute im Rahmen meiner Betreuung entstanden sind.